Ups … jetzt ist es passiert ..: „Der Kackofant“

Gegen diese Bücher habe ich mich lange gewehrt, denn mit ihrem Humor kann ich nichts anfangen. Beim Vorlesen sträuben sich mir die Nackenhaare. Ihre Faszination leuchtet mir ein, doch die Abneigung gegen das Thema ist zu groß: Es geht um Bücher, die das „große Geschäft“ in Handlung und Illustrationen einbinden, wie „Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat“ von Werner Holzwarth und Wolf Erlbruch. Wahrscheinlich bin ich zu verklemmt und psychologisch ließen sich aus dieser Abneigung sicher einige Defekte bei mir ergründen, aber ich finde, es gibt schönere Themen für Bücher. Bisher kam bei unserem Sohn dieser Bereich mit seinen lautmalerischen und pikanten Wörtern, denen etwas reizvoll Verbotenes anhaftet, auch noch nicht in exzessivem Ausmaß zur Sprache. Und das Trockenwerden und Toilettebenutzen klappte irgendwann auch ohne ewige Töpfchen-Geschichten …

Vor kurzem stieß ich mal wieder auf dieses Thema, als ein Bekannter von einer Neuerscheinung auf diesem Gebiet schwärmte: „Der Kackofant“, geschrieben von Klaus Zehrer und illustriert von FIL. Zur Recherche für den Blog lieh ich das Buch in der Bücherei aus. Nun habe ich es in Reichweite unseres Sohnes liegen gelassen und wir haben es vorgelesen. Ein Elefant, der statt eines Rüssels eine Klopapierrolle mit sich herumträgt, – wie kann er dann seinen Popo abputzen? – hinterlässt überall seine Haufen. In Reimen wird gezeigt, wie nützlich diese Haufen sein können, als Wegmarkierung, als Torwand, als größte Sandburg am Strand, als Mittagessen für Fliegen etc. Sehr originell finde ich diese Systematik nicht. Außer dem Spaß am Wort „Kackofant“, das mit dem pikanten Wort spielt und sich prima zum Reimen eignet, bleibt bei mir aber nichts hängen von diesem Buch. Das ist einfach nicht mein Humor. Auch bei meinem Sohn ist es nicht so richtig „eingeschlagen“. Vielleicht ist er schon zu groß für dieses Thema. So sind wir nicht diejenigen, die im Kindergarten den „Kackofanten“ einführen, den ich dann den Erziehern erklären muss. Puh … nochmal Glück gehabt.

Werner Holzwarth / Wolf Erlbruch: Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat. Peter Hammer Verlag 2001. ab 2 Jahren. 9,99 Euro.

Klaus Zehrer: Der Kackofant. Klett Kinderbuch 2011. ab 2 Jahren. 13,90 Euro.

P.S.: Es gibt sogar ein „Kackofanten“-Lied bei Youtube: http://www.youtube.com/watch?v=tH7UZN9qWLY

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  1. Bei uns ist die Lage etwas anders: ich persönlich liebe Wolf Erlbruchs Illustrationen, kaufe jedes Jahr den Kinderzimmerkalender und freute mich schon vor Jahren darauf, meinen Kindern den „Maulwurf“ zu präsentieren. Vor einem halben Jahr dann haben wir das Buch unseren Kindern geschenkt. Jedoch muss ich zugeben, dass nicht die verschiedenen „Häufchenformen“ interessant sind, sondern eher die lautmalerischen Worte (ratatatat, bumsdiplumps usw.) passend zu Größe und Konsistenz der Hinterlassenschaften. Außerdem stehen unsere Kinder total auf Tiere und vor einem halben Jahr noch war es immer ein Erfolg, diese in dem Buch zu erkennen. Inzwischen mögen sie das Buch so wie ich- haben aber andere Lieblingsbücher.

    • Vielen Dank für die Erklärung eurer Leseerfahrung. Jetzt verstehe ich noch ein bisschen besser die Faszination, die dieser „Klassiker“ wohl hat. So langsam bauen sich meine Vorurteile ab …

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