Bücher für „neue Väter“: Willi Wiberg

Im Moment macht sich der „Spiegel“ gerade auf die Suche nach „neuen Vätern“ und beklagt deren oberflächliche Beteiligung im Haushalt und in der Kinderbetreuung (hier z.B. ein Artikel vom 07.11.). Wenn Frau und Mann dann mal die Rollen tauschen, treffen sie auf Kinderbücher, die traditionelle Rollenverteilungen zementieren. Im Blogeintrag über die „Conni-Bücher“ hatte ich mich über das veraltete Rollenbild beschwert, das die Bände vermitteln.

Durch den Tipp einer Freundin bin ich auf eine, neben anderen, vielversprechende Alternative gestoßen. Und die kommt – wie könnte es auch anders sein – aus Skandinavien! Der kleine Willi Wiberg, ein Geschöpf der schwedischen Autorin Gunilla Bergström, kämpft sich in zahlreichen Bänden gemeinsam mit seinem Papa durch den Alltag. Ich habe kürzlich die Geschichte „Mach schnell, Willi Wiberg“ ausgeliehen und war ganz angetan von den charmanten Zeichnungen mit collagenähnlichen Elementen sowie der augenzwinkernden Geschichte. Der kleine Junge trödelt morgens und lässt sich von den Ermahnungen seines Vaters, dass es doch Zeit für den Kindergarten sei, nicht aus der Ruhe bringen. Eine Mutter kommt in diesem Band gar nicht vor. Und auch in den anderen Geschichten werden nur Willis Tante oder seine Großmutter kurz erwähnt.

Die Geschichten erscheinen schon seit Anfang der 1970er Jahre. Der letzte Band wurde 2006 veröffentlicht. Viele Bücher kann man in Neuauflagen beim Oetinger Verlag kaufen, einige Bände gibt es nur noch antiquarisch. Da wird doch glatt die Sammlerleidenschaft geweckt!  Ich glaube, Willi Wiberg und ich, wir werden Freunde. Ich muss nur noch meinen Mann von diesem neuen Freund berichten …

Gunilla Bergström: Mach schnell, Willi Wiberg. Oetinger Verlag 1976 (Neuauflage 2009). ab 4 Jahren. 9,90 Euro.

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Eine Antwort

  1. Ebenfalls heiß geliebt als Kind – auch wenn mir damals der Gender-Aspekt nicht bewusst war, natürlich (aber vermutlich meiner vorlesenden frauenbewegten Mutter…).

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