Poetisches Gärtnern für Kinder: „Das Tomatenfest“ von Satomi Ichikawa

tomatenfestZu Ostern haben wir die Großeltern besucht, die einen üppigen und großen Garten ihr eigen nennen. Meine Mutter ist eine sehr engagierte Gärtnern und bezieht ihren Enkel gerne in die Gartenarbeit ein, was ich sehr schön finde. So hatte unser Sohn im letzten Jahr ein eigenes kleines Beet mit Salat, Möhren, Radieschen und Erbsen. Im Gewächshaus liebt er es zu gießen und die kleinen Pflänzchen unter Wasser zu setzen. Die Tomaten wuchsen sehr gut im letzten Jahr.

Beim Moritzverlag bin ich nun auf eine Neuerscheinung gestoßen, die diese ersten Gärtnererfahrungen in eine schöne Geschichte und ein bisschen exotische, aber dennoch vertraute Bilder kleidet: „Das Tomatenfest“ von Satomi Ichikawa. Ein Tomatenpflänzchen aus dem Supermarkt findet bei dem Mädchen Hana ein neues Zuhause. Sie hegt, pflegt und beschützt es. Sogar in die Ferien zu ihrer Oma muss die Tomatenpflanze mit. Dort pflanzen sie sie in den Gemüsegarten und bald sieht Hana erste kleine Tomatenkugeln. Auch ein schlimmer Sturm kann ihnen nichts anhaben. Endlich sind die Tomaten rot und reif. Hana ist stolz und fühlt sich jetzt wie eine richtige Gärtnerin. Was wird sie wohl im nächsten Jahr pflanzen?

Mit dieser Geschichte können wir unsere eigenen Gartenerfahrungen wieder erkennen. Das Buch zeigt, dass man die Freude über die eigenen, gepflegten Gewächse mit anderen teilen kann und sie dadurch umso größer wird. Sehr interessant ist der Blick einer in Paris lebenden Japanerin auf das Thema – Pflanzt man in Japan auch Tomaten an? Welche Bedeutung hat das Gärtnern dort? – und ihre Umsetzung der Geschichte in Bildern, die zwischen leicht europäisierten Gesichtern und japanischen Zeichenstrichen schwanken. Gut gefällt mir außerdem, dass das Buch sachliche Informationen über eher alltägliche Handlungen mit einer poetischen Sprache verbindet. Kinder lernen darin etwas über die Welt, ohne mit einer trockenen Sachbuchsprache konfrontiert zu sein.

Mit „Das Tomatenfest“ kann nun wirklich der Frühling (oder gleich der Sommer) kommen!

Satomi Ichikawa: Das Tomatenfest. Aus dem Französischen von Eva Ziebura. Moritzverlag 2013. ab 4 Jahren. 12,95 Euro.

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  1. Ich mag auch „Das große Karottenrennen“ von Liaine Payne sehr, in dem die Haupthandlung zwar wenig gärtnerrelevant ist, das Gärtnern aber doch als erfüllende und produktive Tätigkeit dargestellt wird. Außerdem gibt es einige Gärtnertipps und am Ende essen alle Karottenkuchen 😉

  2. Es sieht schön aus! Und mir gefällt, dass der Name des kleinen Mädchens „Hana“ ist. Weil es auf Japanisch „Blume“ bedeutet 🙂

    • Vielen Dank für die Erklärung! Die Verbindungen zwischen Europa und Japan finde ich eh sehr spannend bei dem Buch. Die könnte man sich noch einmal genauer ansehen … Gibt es in Japan auch so Phänomene wie urban gardening? Kleingartenanlagen? Und wie steht es mit Bio-Lebensmitteln? Fragen über Fragen …

      • Oh, da kann ich mich mal kurz einmischen, wo ich gerade den Beitrag sehe. Ich war ja gerade erst ein paar Wochen in Japan und habe dort viele frühlingshafte Gärtnereibestrebungen beobachten können. Die WG meiner Freundin hat einen eigenen kleinen Bio-Balkon, da der Bio-Markt noch nicht ganz so entwickelt ist wie in Deutschland und in der Stadt hochwertiges Gemüse schnell mal sehr preiswert sein kann.

      • Vielen Dank für die Erklärungen. Eine Freundin von mir war auch in Japan und hat das Thema „Gärtnern“ dort beobachtet. Ob das auch was mit Fukushima zu tun haben könnte? Japan interessiert mich gerade sehr.

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