Comics zur Einführung: Benni Bärenstark

Das neue Jahr hbenni bärenstark1at vor ein paar Tagen begonnen, ich wünsche euch alles Gute! Wie es sich für einen spannenden Jahresanfang gehört, möchte ich heute einen kleinen Ausblick geben – einen Ausblick auf eine Neuerscheinung, mit der ihr hoffentlich viel Spaß haben werdet.

Eigentlich bin ich kein großer Comic-Fan. Ich hatte nur eine ganz kurze „Lustiges-Taschenbuch-Phase“, habe die bunten Bildchen schnell hinter mir gelassen und war immer mehr von Bleiwüsten angezogen. Mir leuchtet aber ein, dass Comics sehr gut das Lesenlernen unterstützen und eine große Motivation für die Beschäftigung mit Büchern sein können. Das Vorlesen ist zwar etwas schwierig, aber die großen Buchstaben sind bestimmt interessant in Phasen, in denen Kinder sich gerne mit Buchstaben beschäftigen und diese für sich entdecken.

Also möchte ich mich gerne auf den Tipp einer Freundin einlassen, die mir den kleinen Benni Bärenstark ans Herz gelegt hat. Der Charakter wurde vom belgischen Comiczeichner Peyo, dem Erfinder der Schlümpfe, entwickelt. Im Februar 2013 erscheinen drei Bände aus der Serie neu und sie sind dann wieder lieferbar.

benni bärenstark2Benni ist ein kleiner, ganz normaler Junge – das heißt, er wäre es gern, ist er aber nicht, denn er ist unglaublich stark! Bäume ausreißen, höher als ein Haus springen, Autos mit bloßen Händen durch die Luft schleudern? Kein Problem für ihn – Schwierigkeiten bereitet ihm nur, seine Kräfte im Alltag richtig zu dosieren. Deshalb will auch niemand mit ihm spielen, denn alles, was er anfasst, geht nur allzu leicht kaputt. Zumindest solange er keinen Schnupfen hat, denn dann verlassen ihn seine Kräfte, und er ist wirklich nur ein braver, kleiner Junge, dem allerdings jede Art von schlechtem Benehmen oder gar kriminelle Machenschaften strikt zuwider sind. So gerät er stets aufs Neue in abenteuerliche Verwicklungen, bei denen er seine Superkräfte dann doch sinnvoll einsetzen kann, und wenn er schön darauf achtet, sich nicht zu erkälten, haben Schurken und Bösewichter gegen ihn kaum eine Chance.

Dieser kleine Held scheint mir viel Identifikationspotential für unseren fast Fünfjährigen zu bieten, der sich manchmal auch so gibt, als habe er Bärenkräfte. Erkältungen sind zwar im Moment nicht so das Thema, aber ein bisschen Gesundheitserziehung schadet bestimmt nicht.  Und so freue ich mich auf eine erste Begegnung mit Benni Bärenstark.

Peyo: Benni Bärenstark. Band 1: Die roten Taxis. Toonfish Verlag angekündigt ab Februar 2013. ab 5 Jahren. 11,95 Euro.

Peyo: Benni Bärenstark. Band 2: Madame Albertine. Toonfish Verlag angekündigt ab Februar 2013. ab 5 Jahren. 11,95 Euro.

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Urzeitroboter 5. Teil: „Lieselotte macht Urlaub“ von Alexander Steffensmeier

Bauernhofgeschichten sind modern. Seit in allen Medien ständig beklagt wird, dass Kinder nicht mehr wissen würden, woher das Schnitzel auf ihrem Teller kommt, erfahren Berichte über Ferien auf dem Bauernhof, Schrebergärten und Landidyllen in Büchern eine besondere Aufmerksamkeit.

Ich bin zwar auf dem Dorf aufgewachsen und habe das Schicksal von Hühnern, Schweinen und Kaninchen erlebt, hatte aber immer ein sehr distanziertes Verhältnis zu Tieren. Hunde machten mir Angst, Katzen fand ich hinterhältig und der Gedanke daran, einen kleinen Hasen zu streicheln, verursachte Gänsehautschauer. Die einzigen Haustiere, die ich mir vorstellen kann, sind Fische. Insofern stehe ich Bauernhofgeschichten etwas skeptisch gegenüber. Wie im vorigen Beitrag zu Michel aus Lönnerberga schon erwähnt, hielt sich die Begeisterung für Traktoren bei unserem Sohn, der normalerweise alles liebt, was fährt, bisher ebenso in Grenzen. Auch ihn schien das Thema „Bauernhof“ nicht sonderlich zu interessieren.

Die sehr erfolgreiche Lieselotte-Reihe von Alexander Steffensmeier bedient sich des Bauernhoftrends und knüpft zudem an bewährte Kinderbücher aus Skandinavien an. Die Anleihen bei den „Pettersson und Findus“-Büchern sind meines Erachtens nicht zu übersehen: Hühner spielen eine wichtige Rolle und die Zeichnungen sind sehr detailreich.

So hatte sich bei mir eine sehr kritische  Haltung gegenüber der Reihe eingestellt. „Lieselotte macht Urlaub“ ist nicht der erste Reihentitel, den ich kennen gelernt habe und bisher fand ich die Geschichten immer ein bisschen mau: vor allem die Lösungen der Konflikte schienen mir oft an den Haaren herangezogen. Das für den „Urzeitroboter“ nominierte Buch wirkte auf mich beim ersten Blick darauf auch konventionell, aber dann habe ich mich in den Zeichnungen verloren, die sehr lustig sind. Eines Tages kommt eine Postkarte von ihrem Freund, dem Postboten, bei Lieselotte an. Daraufhin möchte die verrückte Kuh auch Urlaub machen, trabt zur Bushaltestellte und wartete vergeblich auf eine Möglichkeit, den Bauernhof zu verlassen. Eine Wiese daneben kommt dann genauso gut als Urlaubsort in Frage und der Spaß fängt nun richtig an.

Auf meiner Lieblingsseite liegt die Kuh Lieselotte auf ihrer Urlaubswiese und tut Dinge, die man so im Urlaub macht (oder gern machen möchte): in der Sonne liegen, die Natur entdecken, fotografieren, ungewohnte Sachen essen, exotische Tiere entdecken. Die Bewegungen und die Mimik der etwas unbeholfenen Kuh dabei sind köstlich gezeichnet. Bei Alexander Steffensmeier sieht man deutlich, welches humoristische Potential in Bildern und weniger in Sprache steckt. Ich kann mir seine Illustrationen auch ohne Worte sehr gut vorstellen.

Überhaupt ist der Illustrator sehr umtriebig. Buchvorstellungen mit ihm – an einer habe ich im letzten September teilgenommen – sind sehr interessant, denn er gibt spannende Einblicke in seine Arbeit. In einem Blog berichtet er ebenso über die Entstehung seiner Bilder. Da kann man dem Zeichner direkt über die Schulter schauen und ist beeindruckt von der sorgfältigen Recherche und Hingabe mit der seine leichtfüßig wirkenden Bilder entstehen.

Mein Fazit: Trotz des modischen Themas ist die Kuh Lieselotte unverwechselbar. (plus) Der Humor der Bilder basiert größtenteils auf den Unbeholfenheit der Kuh mit menschlichen Zügen. (plus) Wer „Pettersson und Findus“ mag, liegt mit der Lieselotte-Reihe richtig. (neutral)

Alexander Steffensmeier: Lieselotte macht Urlaub. Sauerländer Verlag 2011. ab 3 Jahren. 14,95 Euro.