(Nicht-) Urlaubslektüre: „Viegelchen will fliegen“ von Joke van Leuuwen

viegelchenIn Berlin (und fast überalle anderswo auch) ist Ferienzeit, Urlaubszeit. Mein Sommerprogramm sieht leider keinen Urlaub vor. Aber irgendwohin fliegen würde ich schon gerne.

So wie Viegelchen, ein kleines vogelähnliches Wesen, das der Vogelbeobachter Warre eines Tages unter einem Strauch findet.  Er nimmt es mit nach Hause und seine Frau Tine beschließt, dass das Wesen bei ihnen wohnen soll und sie für es sorgen möchten. Viegelchen lernt sprechen und wenn sie einen weiten Mantel trägt, sieht man ihre Flügel nicht. Man könnte meinen, sie wäre ein Menschenkind. Doch eines Tages fliegt sie davon. Warre und Tine suchen verzweifelt nach ihr – finden auch eine Spur und treffen sie, um Tschüss und Lebwohl sagen zu können.

Ich mag diese Geschichte sehr, sehr gerne – nicht nur, weil ich die Autorin einmal persönlich kennen lernen durfte, in einer guten Zeit. Die Geschichte ist so schön einfach, klar und witzig erzählt. Beim Lesen fühle ich mich auch immer ein bisschen kribbelig, zum Davonfliegen und gleichzeitig zum Zurückkommen. Denn das Engagement mit dem sich vor allem Tine um das Viegelchen kümmert, hat etwas sehr Rührendes und ich fühle mich in meinen Muttergefühlen erkannt. Tine schafft es dann sehr gut, ihr Viegelchen fliegen zu lassen – mit einem richtigen Abschied und guten Wünschen für den weiteren Weg.

P.S. Das ist kein Abschiedspost für den Blog … Die Ideen für Beiträge fließen noch, in den nächsten Wochen ist auch etwas mehr Zeit zum Schreiben (ohne jetzt zu viel versprechen zu wollen).

Advertisements

Fliegen lernen: „Wolkenbrot“ von Baek Hee Na und Kim Hyang Soo

Fliegen ist faszinierend. Und hier kommt eine neue Art, es zu lernen! Man nehme: eine kleine Wolke, warme Milch und Wasser, Hefe, Salz und Zucker. Dann den Teig kneten, Brötchen formen und ab in den Ofen. Fertig sind die goldgelben, superleichten Wolkenbrötchen. Und wenn man diese isst, dann kann man fliegen! Durch die Stadt und den Regen, über den Verkehrsstau hinweg, zwischen Stromkabeln, auf denen die Spatzen sitzen, hindurch, zum 20. Stockwerk des Bürohochhauses, in dem der Papa arbeitet, auf die Dächer um dort ein Picknick zu machen.

Eine solche wunderbare Geschichte von zwei Kindern und ihrer Mutter, die die Wolkenbrötchen erfinden und damit ihrem Vater im Alltag helfen, erzählt das grandiose Buch „Wolkenbrot“. Neben der zauberhaften Idee mit den Wolkenbrötchen besticht es vor allem durch die ungewöhnliche Illustrationstechnik: Kleine gezeichnete Papierfiguren wurden in puppenstubenhaft anmutenden Umgebungen fotografiert. So wirken die Bilder echt und fantasiehaft zugleich. Wunderschöne Lichteffekte konnten aufgenommen werden. Man staunt über die kleinen und liebevollen Details, die die Küchenausstattung ausmachen. Zudem leuchtet das Bild sofort ein, dass man ein Stück Watte, welches eine Wolke darstellen kann, gut in einer Schüssel zu einem Teig verarbeiten kann.

In diesem Sinn empfehle ich an grauen, regnerischen Tagen die Zubereitung von Wolkenbrötchen!

Baek Hee Na und Kim Hyang Soo: Wolkenbrot. mixtvision Verlag 2009. ab 3 Jahren. 13,90 Euro.